
Der öffentliche und private Diskurs in Deutschland wurzelte tief in den Veröffentlichungen des öffentlich rechtlichen Rundfunks (ÖRR) und bezog sich auf dessen Veröffentlichungen, weil man dem ÖRR großes Vertrauen entgegenbrachte. Diese Zeiten sind vorbei.
- Der ÖRR ergänzt zunehmend Berichte über Tatsachen und die Recherche von Hintergründen und Zusammenhängen mit Meinungen und Haltungen.
- Der ÖRR setzt den Berichten über Tatsachen und der Recherche von Hintergründen und Zusammenhängen zunehmend Meinungen und Haltungen voran.
- Der ÖRR wählt für seine Berichte über Tatsachen und die Recherche von Hintergründen und Zusammenhängen Worte, in denen er seine Meinungen und Haltungen ausdrückt.
- Der ÖRR verzichtet bei als bekannt vorausgesetzten Themen auf Berichte und ergänzende Recherchen und veröffentlicht stattdessen seine Einordnungen, Meinungen und Haltungen.
- Der ÖRR verengt zunehmend den Korridor der sagbaren Meinungen und Haltungen und schließt damit immer größere Teile lebensweltlicher Perspektiven aus.
- Der ÖRR beschreibt keine Ereignisse mehr, er ordnet Ereignisse ein. Dem Empfänger wird die Bildung einer eigenen Einordnung nicht mehr zugemutet.
Zusammengefasst: der ÖRR konditioniert den Empfänger durch Worte, er manipuliert durch Einordnung, er setzt den Deutungsrahmen durch eigene Meinungen und Haltungen und erzeugt damit einen starken medialen Druck hin zur gefahrlosen Konformität.
Besonders apart: der ÖRR ist keiner externen Rechenschaftspflicht unterworfen, der ÖRR kontrolliert sich selbst. Diese ausschließlich nach innen gerichtete Kontrollfunktion schafft ein abgeschottetes, selbstreferenzielles System, einen Staat im Staat, der sich die von ihm abhängigen sog. festen freien Mitarbeiter schlicht dadurch gefügig macht, als er sie in dauerhaft prekäre Arbeitsverhältnisse zwingt. Allein dadurch erschlafft auf Dauer jeder freie Geist.
Der ÖRR verabschiedet sich aus der ihm ursprünglich zugewiesenen Funktion als vierte Gewalt im Staat, die er durch Berichterstattung, Kritik und Kontrolle gegenüber der Legislative, Exekutive und Judikative ausübt. Die seriöse und fundierte Information der Bürger, die Unterstützung der Bildung eigener Meinungen innerhalb individueller Lebenswelten und die Verhinderung von Machtmissbrauch durch staatliche Institutionen weicht neuen Vereinbarungen.
- Die Meinungen und Haltungen des ÖRR dienen als Leitplanken des den gesellschaftlichen Zusammenhalt sozial und diskursiv akzeptierten förderlichen Denkens.
- Die Verantwortung des ÖRR bezüglich des Wahrheitsgehalts seiner Veröffentlichungen findet in dem Maße statt, wie er als Lenkungsfunktion innerhalb der Leitplanken dient.
- Die Informationsfunktion des ÖRR dient insofern der Meinungsbildung des Empfängers, als diese beim Empfänger innerhalb der vorgegebenen Leitplanken stattfindet.
- Die Kontrollfunktion des ÖRR von staatlichen Institutionen verlagert sich hin zur Kontrolle des Individuums und seinen öffentlichen Äußerungen.
- Das investigative Selbstbild des ÖRR ermächtigt ihn, als Sammler von Fakten und der Interpretation von Indizien gleichermaßen als Analyst, Ankläger, Richter und Vollstrecker zu fungieren.
- Zur Förderung der Meinungsbildung unterhält der ÖRR diverse Formate, in denen er jenseits der Leitplanken argumentierende Bürger als irrlichternde Einzeltäter präsentiert.
Die vornehmste Aufgabe des ÖRR ist die Schaffung von Wahrheit. Diese Wahrheit ist die durch den ÖRR legitimierte Erzählung von Wirklichkeit, die sich insofern aus Tatsachen speist, sofern sich Tatsachen in die Wahrheitserzählung fügen oder in diese eingefügt werden können. Jede nicht durch den ÖRR abgebildete lebensweltliche Perspektive der Menschen muss als nicht existent angesehen werden. Daraus folgt: Über das, was nicht existiert, kann nicht berichtet werden. Dennoch jenseits der abgebildeten lebensweltliche Perspektiven der Menschen stattfindende Lebens- und Denkformen müssen als illegitim, weil unsere Demokratie gefährdend, betrachtet werden. Daraus folgt: deren mediale Auslöschung ist Pflicht, beginnend bei deren Ausgrenzung aus der Gemeinschaftserzählung.
Der ÖRR ist von existenzieller Bedeutung für die Weiterentwicklung unserer Demokratie. Der ÖRR gibt den gutmeinenden Bürgern argumentative Unterstützung im vorgedachten Sinne der Wahrheit ihr eigenes Zeugnis abzulegen. Der ÖRR ermuntert die unentschlossenen Bürger, sich für die richtige Seite der Wahrheit zu entscheiden. Der ÖRR ermahnt und warnt die unbedachten Bürger, sofern diese eine falsche Tür geöffnet haben, und er vernichtet die unsere Demokratie schädigenden Bürger durch die soziale Todesstrafe. So werden diese einem guten Zweck zugeführt, sie dienen als öffentliche Mahnung und Abschreckung. Damit ist das umfassende segensreiche Wirken des ÖRR beschrieben, Halleluja.
Der ÖRR wächst damit über die ihm ursprünglich zugewiesene Rolle der informellen vierten Gewalt weit hinaus, er dominiert das Denken und Sprechen der Empfänger. Die Empfänger sind Bürger. Diese wirken innerhalb der vielfältigen Zusammenschlüsse der Gemeinschaft – in Familien, Vereinen, Schulen, Betrieben, Behörden, Parteien und Institutionen aller Art – durch gefahrloses Agitieren, Zurechtweisen und Nachplappern. Widerspruch hat Konsequenzen, Schweigen ist gefährlich. Der ÖRR besetzt damit in der Gesellschaft die zentrale Vermittlerrolle des Denk- und Sagbaren und wirkt als mächtiger Verstärker innerhalb der Aufmerksamkeitsökonomie.
Die emotionale Verfasstheit des ÖRR bzw. der in ihm wirkenden Medienschaffenden kann umrissen werden mit einer systemischen Zurücksetzung dieser. Die Gesellschaft löst für die weit überwiegende Mehrheit der im ÖRR wirkenden Medienschaffenden keines der Versprechen ein. Nach einem Studium der Politikwissenschaft, der Soziologie, der Medienwissenschaft oder einem ähnlichem Käse verharren die Protagonisten meist in prekären Beschäftigungsverhältnissen ohne Aufstiegsperspektive – was bleibt ist bitterer Hass auf die Gesellschaft und Zerstörungslust der bestehenden Ordnung bei gleichzeitig zähem Ringen um Aufmerksamkeit innerhalb des ÖRR – was zwangsläufig in die Radikalisierung führen muss.
In einer vergleichbaren Verfasstheit gefangen befinden sich die Kunstschaffenden und Mitarbeitenden in Stiftungen und NGOs, die auf den von den Konservativen vor Jahrzehnten freigeräumten Spielfeldern unermessliche Gestaltungsräume vorfanden, die sie seitdem mit ihren ideologisch aufgeladenen Inhalten fluten. Die Blase nährt sich von den Rückkopplungsschleifen mit dem ÖRR, der in Kunst, Kultur und NGOs Gesinnungsgenossen findet und deren Botschaften auf Schilder setzt und in die Höhe hebt. Die Kunstfreiheit im Schilde führend entstand so ein Meinungsapparat nie gekannter Vernetzung, Macht und Wucht, der sich jeden Bürger – insbesondere die in öffentlicher Verantwortung und im Licht der Öffentlichkeit stehenden – gefügig macht. Der ÖRR wächst und gedeiht prächtig und entwickelt immer neue Tentakeln gleichenden Gliedmaßen, die in jede Ritze der Gesellschaft eindringen und durch schlichte Präsenz ihr Werk vollbringen.
Die Protagonisten des ÖRR wirken als Medienschaffende, als Politiker, Künstler, Schauspieler und Schriftsteller, als Experten, Comedians, Kabarettisten und Reporter aber auch in vielfältigen Nebenrollen als Laiendarsteller im Fernsehen und Radio des ÖRR. Von diesem sind sie vielfältig abhängig, sei es ökonomisch, demoskopisch oder ganz banal in Sachen Aufmerksamkeit. Im ÖRR findet das unfasslich schöne Prinzip „Flood the zone with shit“ seine Vollendung. Die Zone wird geflutet mit linker Ideologie, Gutmenschsprech, Opfergefasel, Klimascham, Achtsamkeit, Diversität, weißen Privilegien, kultureller Aneignung, Rassismus (besonders schön: antimuslimischer Rassismus – als ob Muslime eine Rasse wären), Palästina, Hass auf Amerika und Israel, Verboten aller Art, Feminismus, Quergedöns, Konservativ = Rechts = Extrem = Nazi, irgendwas mit Kolonialismus; Hauptsache Schuld und keinesfalls begleitet mit einem offenen Diskurs. Laut erschallen die Rufe: ÖRR matters! ÖRR rules hell o.k.!
Uns bleibt, in 12 aparten Songs die Urkraft der Manipulation, die Dressurwunder der Konditionierung, die kunstvollen Darbietungen des Unterwerfungsballets und das Defokussierungs-Gaga in öffentlich geführten Diskursen zu feiern. Diese sind wesentlich getragen vom ÖRR, der konzertiert als Zuchtmeister, Dompteur, Richtungsweiser, Vermittler und Verstärker wirkt. Seid mit den Songs alle herzlich begrüßt im Endzeit-Panoptikum unserer Demokratie. Wir winken euch vom Turm aus in euren Zellen zu, werfen die Lautsprecher an und verkünden die Wahrheit. Die Parole: One Louder Than Eleven! So haben alle ihren Spaß und im Zweifel werfen wir unseren Pass weg und rufen der Macht des ÖRR entgegen: Niemand ist illegal!
… die 12 Songs entstehen nach und nach, beginnen wir mit diesen beiden 🙂 …
Text, Komposition, Arrangement, Prompts: © Stefan Theßenvitz, 2026. Produktion: Suno. Distributor: DistroKid © Abbildungen erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2026, Stefan Theßenvitz

